Thelonious Monk- Thelonious Monk plays Duke Ellington
Original Jazz Classics OJC-024 RLP201
Thelonious Monk plays Duke Ellington ist 1956 auf Riverside Records erschienen. Thelonious Monk ist ja schon so was wie ein Genie. Man hört nur einen Schnipsel seiner Musik und man weiß sofort dass nur er am Piano sitzen kann und sonst keiner. Seiner Spielweise wohnt etwas kindliches, spitzbübisches inne ohne dabei an Komplexität und Spontanität einzubüßen. Vieles hört sich im ersten Moment sehr schräg an, doch kriegt er immer die Kurve. Er ist aufgrund seines Wiedererkennungswertes auf einer Stufe mit Miles Davis und Charlie Mingus. Das ist ganz große Kunst. Natürlich ist er auch gefangen in seinem prägnanten Stil, sodass es mitunter anstrengend ist, mehrere seiner Scheiben am Stück zu hören; doch das soll man auch nicht: es geht hier nämlich ums Genießen. Das ist eine Platte die man einmal im Monat auflegt, sich dabei vor den Karmin setzt, ein Gläschen Chateau Lafite-Rothschild Jahrgang 2010 einschenkt und der Raucher sich eine Cohiba anzündet bzw. der Nichtraucher sich ein Stück Rohmilchkäse aus den Vogesen gönnt. Dann heißt es nur noch Augen schließen und genießen. Dies ist neben Monk`s Dream meine Lieblingsscheibe von ihm. Er wird auf der Platte nur von Oscar Pettiford am Bass und Clark Terry an den Drums begleitet. Neben vielen Klassikern auf dem Album, ist die Version von "Caravan" für mich immer noch ungeschlagen. Der romantische Touch der Ellington-Kompositionen bleibt erhalten und bekommt durch das Spiel von Thelonious Monk seine spezielle Würze. Insgesamt ist es eine unaufdringliche, sehr gefällige Platte ohne dabei langweilig zu werden. Die vorliegende Platte ist ein gut klingendes Reissue von 2010, Kosten ca.15€. Ich hatte mal eine frühere Pressung von Fantasy Records in meinem Besitz, diese musst ich allerdings im Zuge von Restitutionsforderungen seitens meines Bruders zurückgeben; ich habe mit der vorliegenden Pressung allerdings einen adäquaten Ersatz gefunden. Absolute Kaufempfehlung. 10 von 10 Sternen.


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