Dienstag, 17. Oktober 2017

Jan Garbarek -Eventyr


ECM 1200,  1981



Nach etwas längerer Schaffenspause melde ich mich mit kleinen Pauken und kleinen Trompeten zurück an der Jazzerfront. Schuld war, ich möchte mal sagen, eine längere Erholungsphase, die nach einigen Querelen, nötig war.
Vorgestellt wird: Eventyr von Jan Garbarek und seinen Mitstreitern Nana Vasconcelos und John Abercrombie. Eventyr kommt aus dem dänisch/norwegischen und bedeutet Märchen, mit wenig Fantasie auch zu erkennen die Verwandtschaft mit dem französischem aventure oder dem englischen adventure und das ist ein wirklich passender Name für dieses Album.
Es ist kein klassisches Jazzalbum sondern eher ein Album das der Ambient/Film-Musik zuzuordnen ist, gleichwohl ist es dem Erscheinungsjahr 1981 entsprechend ein sehr zeitgenössisches Jazz-Album. Nachdem im Jazz bis dahin alle konventionellen Spielarten erfunden und erprobt waren musste das Spektrum erweitert werden, indem der Jazz sich emanzipiert, sich mit neuen Ausdrucksformen vermischt und sich in ihnen auflöst, wie auf diesem Album schön zu hören ist. Das Saxophon Jan Garbareks  ist hier dem Orient näher als dem Oxident, vielleicht ist es auch eine Prise Island die mitschwingt. Es ist kein funken Blues in dieser Musik, alles ist sphärisch und gelassen. Wohlige Wärme befindet sich im ständigen Dialog mit nordischer Sachlichkeit. John Abercrombies Gitarrenspiel flirrt vor sich hin, dazu passend die spärliche Percussion von Nana Vasconcelos und ,über all dem schwebend, das Engelssaxophone von Jan Garbarek. Ich bin kein großer Freund von den meist sehr cleanen ECM Aufnahmen, aber in diesem Fall ist den Toningenieuren ein Glanzstück gelungen. Insgesamt ein schönes, eher meditatives Album.
Zu finden ist das Album bei einem Plattenfachhändler für 10-20€ oder, mit etwas Glück, auf dem Flohmarkt am Kanal in Torfmoorholm für 2€.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen