Dienstag, 31. Oktober 2017

Miles Davis Live Evil CBS 67219

Miles Davis 

Live Evil 

1971 CBS 67219

Hi, 
hin und wieder ist es Zeit für den Großmeister. Heute mal mit Live Evil von 1971. Die vorliegende Doppel-LP im schicken, aber leider leicht ramponierten, Gatefold Cover ist ein Jahr später erschienen sprich 1972. Lt. Cover hat sie die Produktionsnummer 67219, die Platten weisen aber die Produktionsnummer S-64575 bzw. S-64576 auf. Vielleicht ein Fehldruck, quasi eine blaue Mauritius; für eine Millionen € würde ich das gute Stück denn auch abgeben können.
Diese Platte ist in Miles Davis Jazzrock-Free-Fusion-Phase, kurz nach dem Erscheinen von Bitches Brew, entstanden, zumindest ist das Musikalische schwer einzuordnen. Man kann sich darauf einigen, dass sich hier eine Heerschar illustrer Jazzer, das who ist who der damaligen Zeit, zu einer Jazzorgie zusammengefunden haben und sich und den Zuhörer um den Verstand spielen. Wer es melodisch mag, ist fehl am Platz. Wer den reinen Rhythmus mag, kommt voll auf seine Kosten. Nur um ein paar Namen zu nennen:
John Mclaughlin, Dave Holland, Herbie Hancock, Joe Zawinul, Chic Corea, Dave Holland, Jack Dejohnette, Wayne Shorter etc, etc, geben sich hier die Klinke in die Hand. In ähnlicher Formation hat Miles ein Jahr zuvor auf dem Isle of Wight Festival die Menge gejazzt, auf Youtube gibts tolle Videos vom Auftritt. 
Leider ist das Cover meiner Platte in einem erbärmlichen Zustand, die Platten an sich sind aber nahezu unverkratzt und in einem neuwertigen Zustand.
Die Platte ist, wie fast alles von Miles Davis absolut zu empfehlen und beim Händler in diesem Zustand für 20-30€ zu finden. Auf dem Dorfflohmarkt in Torfmoorholm vielleicht auch für einen 10er.


  

Dienstag, 17. Oktober 2017

Jan Garbarek -Eventyr


ECM 1200,  1981



Nach etwas längerer Schaffenspause melde ich mich mit kleinen Pauken und kleinen Trompeten zurück an der Jazzerfront. Schuld war, ich möchte mal sagen, eine längere Erholungsphase, die nach einigen Querelen, nötig war.
Vorgestellt wird: Eventyr von Jan Garbarek und seinen Mitstreitern Nana Vasconcelos und John Abercrombie. Eventyr kommt aus dem dänisch/norwegischen und bedeutet Märchen, mit wenig Fantasie auch zu erkennen die Verwandtschaft mit dem französischem aventure oder dem englischen adventure und das ist ein wirklich passender Name für dieses Album.
Es ist kein klassisches Jazzalbum sondern eher ein Album das der Ambient/Film-Musik zuzuordnen ist, gleichwohl ist es dem Erscheinungsjahr 1981 entsprechend ein sehr zeitgenössisches Jazz-Album. Nachdem im Jazz bis dahin alle konventionellen Spielarten erfunden und erprobt waren musste das Spektrum erweitert werden, indem der Jazz sich emanzipiert, sich mit neuen Ausdrucksformen vermischt und sich in ihnen auflöst, wie auf diesem Album schön zu hören ist. Das Saxophon Jan Garbareks  ist hier dem Orient näher als dem Oxident, vielleicht ist es auch eine Prise Island die mitschwingt. Es ist kein funken Blues in dieser Musik, alles ist sphärisch und gelassen. Wohlige Wärme befindet sich im ständigen Dialog mit nordischer Sachlichkeit. John Abercrombies Gitarrenspiel flirrt vor sich hin, dazu passend die spärliche Percussion von Nana Vasconcelos und ,über all dem schwebend, das Engelssaxophone von Jan Garbarek. Ich bin kein großer Freund von den meist sehr cleanen ECM Aufnahmen, aber in diesem Fall ist den Toningenieuren ein Glanzstück gelungen. Insgesamt ein schönes, eher meditatives Album.
Zu finden ist das Album bei einem Plattenfachhändler für 10-20€ oder, mit etwas Glück, auf dem Flohmarkt am Kanal in Torfmoorholm für 2€.